Afghanistan: Mehr Angriffe trotz Friedensgesprächen

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Die USA wollen ihr Engagement in Afghanistan deutlich zurückfahren. Die Zahl der Angriffe steigt indes weiter stark.

Afghanistan gilt als eines der gewalttätigsten und gefährlichsten Länder der Welt – und daran dürfte sich so rasch nichts ändern. Darauf deuten jedenfalls die jüngsten Berichte über Attacken und Terrorangriffe in dem asiatischen Staat hin. Im letzten Quartal 2019 habe es rund 8200 militärische Angriffe gegeben, analysiert ein Bericht des „Special Inspector General for Afghanistan Reconstruction“ (SIGAR) – das ist deutlich mehr als im Vergleichszeitraum von 2018 und insgesamt die höchste Zahl seit dem Jahr 2010.

Kampf wird fortgesetzt

Die Schlussfolgerung: Die Taliban und andere Gruppen setzen ihren bewaffneten Kampf gegen die Regierung und gegen ausländische Truppen unbeirrt fort. Die USA haben ja angekündigt, über den Abzug von Teilen ihrer Truppen nachzudenken. Die Zahl soll von derzeit rund 12.000 auf rund 8.500 reduziert werden. Bisher sind rund 2400 US-Amerikaner in dem Land gefallen, rund 20.000 wurden verletzt. Die USA haben alleine für Militär und Sicherheit in Afghanistan bisher rund 87 Milliarden Dollar ausgegeben. Im Vorjahr wurden rund 7500 Bomben von US-Truppen abgeworfen – das ist deutlich mehr als 2009, als der Einsatz in dem Land begonnen hatte.

Kein Frieden in Sicht

Der Wiederaufbau des Landes wird noch Jahre dauern; jeder Fortschritt wird aber durch die fortgesetzten kriegerischen Handlungen unterbrochen. Die Entwicklung in Afghanistan hat nicht nur Auswirkungen auf internationale Migrantenströme, sondern auch auf diverse Terrorzellen in anderen Ländern. Friedensverhandlungen zwischen den USA, der afghanischen Regierung und den Taliban blieben bisher ohne großen Erfolg; zuletzt waren sie im Dezember fortgesetzt worden.