Amsterdam: Grüne Bürgermeisterin will Rotlichtviertel reformieren

Amsterdam: Grüne Bürgermeisterin will Rotlichtviertel reformieren
Bild von Permanentka auf Pixabay

Als Abgeordneter half Femke Halsema, die Prostitution in den Niederlanden legal zu machen. Nun will sie das Rotlichviertel erneuern.

Femke Halsemas Ernennung zur Bürgermeisterin von Amsterdam vor 18 Monaten hat einige enttäuscht, was jedoch ihrer stillschweigend radikalen Agenda nicht im Wege steht.

Ein zentrales Ziel ihrer Reformen ist Amsterdams berüchtigtes Rotlichtviertel, die engen Gassen rund um die Docks der Stadt, in denen die niederländische Toleranz jetzt eher wie Gleichgültigkeit wirkt.

Schließung möglich

In den letzten Monaten hat die Bürgermeisterin die Einwohner der Stadt gebeten, die Schließung des Rotlichtviertels als radikalste Option eines Bündels möglicher Reformen zu betrachten.

Gleichzeitig hat sie ihre “kantige Stadt” und die Fensterbordelle verteidigt und darauf bestanden, dass sie kein “Tabu der Sexualität … oder des Körpers einer Frau” sieht.

In ihrem Rathausbüro sagte Halsema: „Ich bin eine Fortschrittliche, eine Liberale. Als ich vor langer Zeit Abgeordnete war, war ich teilweise dafür verantwortlich, die Prostitution als Rechtsberuf in Holland anzuerkennen.”

“Ausländer ohne Hintergrund”

„Aber wenn man sich die aktuelle Situation im Rotlichtviertel ansieht, sind die meisten Frauen, die dort arbeiten, Ausländer mit einem sehr anfälligen rechtlichen Status. Und wir wissen nicht viel über ihre Hintergründe“, sagte die Bürgermeisterin weiter.

Die Optionen zur Verbesserung umfassen zum Beispiel die Vergrößerung des Bezirks, um die Überfüllung zu bewältigen, besonders jene durch Touristen.

Auch ein Einbau von Drehkreuzen ist denkbar – dann müsste man bezahlen, um überhaupt ins Rotlichtviertel zu gelangen. Eine Schließung des gesamten Viertels sei die unwahrscheinlichste Lösung.


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