Angela Merkel stärkt WHO im Streit mit USA den Rücken

Angela Merkel stärkt WHO im Streit mit USA den Rücken
Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat der Weltgesundheitsorganisation im Streit mit den USA demonstrativ den Rücken gestärkt – und gleichzeitig versteckt Kritik geäußert.

“Die WHO ist die legitimierte globale Institution, bei der die Fäden zusammenlaufen”, sagte Merkel am Montag in einer Videobotschaft für die Weltgesundheitskonferenz mit Blick auf die Corona-Krise. Sicher sei es wichtig, dass immer wieder geprüft werde, wie die Abläufe in der WHO weiter verbessern könnten, fügte sie in Anspielung auf die Kritik von US-Präsident Donald Trump an der Organisation hinzu.

Zudem müsse man für eine “nachhaltiges Finanzierungssystem” sorgen. “Am dringendsten aber ist jetzt natürlich, die Coronavirus-Pandemie einzudämmen”, sagteMerkel. Deutschland war deshalb vergangene Woche zusammen mit der WHO und der EU Co-Gastgeber einer internationalen Geberkonferenz für die Entwicklung und Produktion eines Corona-Impfstoffes. Die USA hatten daran nicht teilgenommen.

Trump droht mit Austritt

US-Präsident Donald Trump hat der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Streit über den Umgang mit der Coronavirus-Pandemie mit einem endgültigen Zahlungsstopp und einem Ausstieg gedroht.

“Wenn sich die WHO nicht innerhalb der nächsten 30 Tage zu wesentlichen substanziellen Verbesserungen verpflichtet, werde ich mein vorübergehendes Einfrieren der US-Finanzierung für die WHO zu einer permanenten Maßnahme machen und unsere Mitgliedschaft überdenken”, schrieb Trump in einem auf Twitter veröffentlichten Brief an WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Die WHO müsse ihre Unabhängigkeit von China demonstrieren. Die US-Regierung habe bereits Reformdiskussionen mit dem WHO-Chef begonnen.

(Reuters)


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