Antisemitische Gewalt in Amsterdam: Polizei greift ein

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Schwere Ausschreitungen in Amsterdam nach Fußballspiel

Nach dem Europa-League-Spiel zwischen Ajax Amsterdam und Maccabi Tel Aviv am Donnerstagabend kam es in Amsterdam zu schweren antisemitischen Ausschreitungen, die über 60 Festnahmen zur Folge hatten. Die Polizei der niederländischen Hauptstadt bezeichnete die Angriffe als „antisemitische Gewalt“, die gezielt gegen israelische Fans gerichtet war.

„Pogrom-ähnliche Übergriffe“ gegen israelische Fans

Amsterdams Bürgermeisterin Femke Halsema verurteilte die Vorfälle und sprach von einem „erschreckenden Ausbruch von Antisemitismus“ in der Stadt. Sie beschrieb, wie „Männer auf Rollern“ durch die Stadt fuhren und israelische Fans gezielt angriffen. „Diese Gewalt erinnert an Pogrome und hat eine tiefe Wunde in unserer Stadt hinterlassen“, sagte Halsema.

Die Gewalt begann, nachdem Maccabi-Fans im Stadtzentrum eine palästinensische Flagge von einem Gebäude gerissen und provokante Parolen gerufen hatten. Die Polizei bestätigte, dass am Abend über soziale Medien zu Gewalt aufgerufen wurde, wobei sich Gruppen von Taxi-Fahrern und anderen Demonstranten versammelten, um israelische Fans anzugreifen. Am Dam-Platz kam es daraufhin zu zahlreichen Auseinandersetzungen, und Bereitschaftspolizisten mussten mehrfach eingreifen, um die Fans zu schützen.

Eskalierende Gewalt und politische Reaktionen

Neben den Angriffen auf israelische Fans gab es auch Berichte über Vandalismus und gewalttätige Übergriffe in verschiedenen Teilen der Stadt. Die Polizei untersuchte zahlreiche Vorfälle und gab bekannt, dass fünf Personen verletzt ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Politiker und Organisationen weltweit verurteilten die Gewalt, und eine führende jüdische Organisation forderte, dass Amsterdam sich „zutiefst schämen“ sollte.

Augenzeugenberichte und die Rolle der Polizei

Anwohner berichten, dass die Gewalt gut organisiert wirkte, mit kleinen Gruppen, die sich gegenseitig auf israelische Fans aufmerksam machten. Der Amsterdamer Theodoor van Boven beschrieb die Angriffe als „gezielte Jagd“ auf Maccabi-Fans. Eine junge Frau aus Israel erklärte, dass ihre Gruppe gezwungen war, im Hotel zu bleiben, bis die Straßen sicherer waren.

Die Polizei wurde wegen unzureichender Präsenz kritisiert, insbesondere vom rechten Politiker Geert Wilders. Polizeichef Peter Holla verteidigte jedoch die Einsatzplanung und betonte, dass trotz 800 Beamten im Einsatz die Lage unvorhersehbar eskalierte.

Anhaltende Spannungen und gesellschaftliche Spaltung

Der anhaltende Konflikt im Gazastreifen hat die Spannungen in Europa erneut verschärft. Antisemitische und islamophobe Vorfälle erreichen vielerorts Höchststände. Die Ereignisse in Amsterdam verdeutlichen die Herausforderungen, denen sich europäische Städte angesichts wachsender politischer und sozialer Spannungen stellen müssen.

Die Polizei hat als Reaktion auf die Gewalt Demonstrationen für drei Tage verboten und Notfall-Befugnisse zur Durchsuchung erteilt, um die Sicherheit zu gewährleisten und die Ruhe in der Stadt wiederherzustellen.