Argentinien: Liste mit Namen von 12.000 geflüchteten Nazis entdeckt

Interessanter Fund in Argentinien: Ein Ermittler fand in einem alten Haus in Buenos Aires eine Liste mit Namen von 12.000 nach Argentinien geflohenen Nazis.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs flüchteten zahlreiche Anhänger und Verantwortliche aus Nazideutschland ins südamerikanische Argentinien. Das Ausmaß der Flucht und die Anzahl der Geflüchteten lässt sich aber nur grob schätzen.

Einen kleinen Durchbruch könnte es jetzt geben. Wie Medien berichten, hat ein argentinischer Ermittler in einem verlassenen Lagerhaus in der Nähe von Buenos Aires eine Liste mit bis zu 12.000 Namen geflüchteter Nationalsozialisten gefunden.

Verbindungen in die Schweiz

Über den Fund teilte das Simon-Wiesenthal-Zentrum mit, das vermutet, dass die meisten Leute auf der Liste Kontakt zu Unternehmen mit Verbindungen zum NS-Regime hatten.

Besonders prekär: Eine Großzahl der Menschen auf der Liste soll Verbindungen zu einem Schweizer Kreditinstitut gehabt und dort Geld „geparkt“ haben, das zuvor vermutlich jüdischen Opfern gestohlen worden war, sagt das Simon-Wiesenthal-Zentrum.

Bei dem Kreditinstitut handelt es sich um die heutige Großbank Credit Suisse, die ihren Sitz in Zürich hat. Das Simon-Wiesenthal-Zentrum möchte nun das Einverständnis der Bank erwirken, um in den Archiven nach Überschneidungen mit der gefunden Liste aus Argentinien zu suchen.