Arzneimittelhersteller: „Produktion zurück nach Europa holen“

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Die deutschen Hersteller von Medikamenten fordern angesichts der Corona-Krise, dass die Produktion von Arzneimitteln wieder in Europa stattfindet.

Die deutschen Arzneimittelhersteller sprechen sich zur Sicherung der Gesundheitsversorgung in Deutschland für eine Wiederansiedlung von Medikamenten-Produktionen in Europa aus. „Zur Erhöhung der Versorgungssicherheit sollte die Produktion von Arzneimitteln und Wirkstoffen in Deutschland und Europa gestärkt werden“, sagte Hubertus Cranz, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Arzneimittelhersteller (BAH) den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“ (Donnerstagsausgaben).

Die EU solle über Anreize nachdenken, um die Europäische Union als Standort für die pharmazeutische Industrie zu stärken und die Produktion von Wirkstoffen und Arzneimitteln zurückzuholen, fordert der Verband in einem aktuellen Positionspapier an die Bundesregierung, das den Zeitungen vorliegt.

Wo die meisten Hersteller sitzen

Bereits heute könnten beispielsweise bei der Ausschreibung und Vergabe von Rabattverträgen europäische Produktionsstandorte bevorzugt berücksichtigt werden, sagte Cranz: „Leider waren die gesetzlichen Krankenkassen hierzu in der Vergangenheit nicht bereit. Daher sollte für die Kassen nicht nur der Preis ausschlaggebend sein.“

Nach Angaben der BAH befinden sich die meisten Hersteller von Wirkstoffen, die als versorgungsrelevant eingestuft sind, in Indien, China und Italien. Problematisch werde es daher für die Versorgung, wenn einzelne Länder Exportverbote für relevante Wirkstoffe sowie Arzneimittel verhängen und somit Hersteller außerhalb ihres Territoriums nicht mehr beliefern könnten.

(Reuters)