Attentat in Deutschland: 2.200 Leute haben auf Twitch zugesehen

Attentat in Deutschland: 2.200 Leute haben auf Twitch zugesehen

Twitch, das dem Einzelhandelsgiganten Amazon gehört, gab an, dass fünf Personen das Video gesehen hatten, als es live übertragen wurde.
Das Filmmaterial blieb nach dem Livestream 30 Minuten lang online. In dieser Zeit sahen mehr als 2.200 Menschen es sich an.
Twitch sagte, dass das Video in seinem “empfohlenen” Feed nicht beworben wurde.
“Unsere Untersuchung hat ergeben, dass die Nutzer das Video über andere Online-Messaging-Dienste geteilt haben”, heißt es in einer Erklärung des Unternehmens.
Der Angriff ereignete sich am Mittwoch in der ostdeutschen Stadt Halle gegen 12:00 Uhr Ortszeit (10:00 GMT).
Das Video zeigte einen Mann, der antisemitische Kommentare zur Kamera machte, bevor er zu einer Synagoge fuhr und auf deren Tür schoss.
Nachdem er nicht reingekommen war, erschoss der Schütze zwei Menschen in der Nähe.
Der Verdächtige ist ein 27-jähriger Deutscher, der laut lokalen Medien allein gehandelt hat.

Twitch geht gehen Konten vor, die das Video veröffentlichen

In einer Erklärung sagte Twitch, es habe eine “Null-Toleranz-Politik gegen Hassverhalten”.
“Jegliche Gewaltakte werden äußerst ernst genommen. Wir haben mit Nachdruck daran gearbeitet, diese Inhalte zu entfernen, und werden alle Konten, bei denen festgestellt wurde, dass sie Inhalte dieser abscheulichen Handlung veröffentlichen oder erneut veröffentlichen, dauerhaft sperren”, hieß es.

Das Unternehmen gab an, das Konto, über das der Angriff per Live-Streaming übertragen wurde, sei zwei Monate vor dem Vorfall erstellt worden. Es hatte zuvor nur einmal versucht, live zu streamen.
Twitch sagte, es habe einen “Hash” des Videos mit einer Gruppe von Technologieunternehmen geteilt, darunter Microsoft und Facebook.
Ein Video-Hash ist im Wesentlichen ein “Fingerabdruck” eines Videos, mit dem Plattformen erkennen können, ob dasselbe Footage auf ihren Dienst hochgeladen wurde.
Im März wurde ein Angriff auf eine neuseeländische Moschee, bei dem 51 Menschen getötet wurden, live auf Facebook übertragen.
Das soziale Netzwerk wurde dafür kritisiert, dass es nicht verhindert hat, dass Kopien von Videos der Schießereien in der Christchurch Moschee auf seiner Plattform geteilt werden.
Facebook hat seitdem Pläne diskutiert, Algorithmen zu trainieren, um Videos von Attentaten zu erkennen, damit sie schneller entfernt werden können.
Es ist geplant, das Material von Polizeikameras zu verwenden, die während der Trainingsübungen aufgenommen wurden, um den Systemen beizubringen, Videos von echten Schießereien zu erkennen.
“Wir sind weit davon entfernt, dieses Problem zu lösen”, sagte Christopher Tegho, ein Ingenieur für maschinelles Lernen bei der Videoanalysefirma Calipsa.
“Eine ganze Szene zu verstehen ist eine schwierigere und kompliziertere Aufgabe.
“Eines der Probleme besteht darin, genügend Daten zu erhalten, um die Aufnahmeszenen zu verstehen. Deshalb bittet Facebook die Polizei, diese Daten zu sammeln. Dies ist der erste Schritt.”


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