Autohersteller fahren Fertigung teilweise wieder hoch

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Die meisten Fabriken der Automobilindustrie wurden wegen der Coronakrise lahmgelegt. Einige Hersteller nehmen den Betrieb aber zum Teil wieder auf.

In der Automobilindustrie ruht die Produktion wegen der Corona-Pandemie in Europa und den USA weitgehend. Es gibt aber auch schon Hersteller, die ein Wiederanfahren der Bänder vorbereiten. Hier die Übersicht:

BMW hat seine Mitarbeiter in den europäischen Werken für vier Wochen bis 19. April nach Hause geschickt und Kurzarbeit für 20.000 Beschäftigte angemeldet. In der US-Fabrik in South Carolina sollen die Bänder vom 3. April an für zwei Wochen stillstehen. In China hingegen ist die Fertigung wieder angelaufen.

Daimler: Bei diesem Hersteller ruht ein Großteil der Auto- und Nutzfahrzeugproduktion in Europa und den USA seit dem 23. März. In Deutschland wird der überwiegende Teil der Beschäftigten in der Produktion und zum Teil auch der Verwaltung ab dem 6. April bis zunächst 17. April in Kurzarbeit gehen. Von der Kurzarbeit sind sowohl Pkw- als auch Transporter- und Nutzfahrzeug-Werke betroffen. Für die europäischen Standorte gelten länderspezifische Regelungen.

Opel. Die französische Konzernmutter PSA trifft bereits Vorbereitungen, um ihre seit Mitte März stillstehenden europäischen Werke schrittweise wieder anfahren. Dafür werde derzeit ein Fahrplan erarbeitet. Um die Ansteckungsgefahr in den Fabriken zu verringern, wird die Körpertemperatur der Mitarbeiter regelmäßig gemessen, täglich werden neue Atemschutzmasken ausgegeben. Auf dem Boden in jedem Arbeitsbereich und in Besprechungs- und Pausenräumen sind außerdem Mindestabstände markiert.

Volkswagen. Der Autobauer verlängert den Produktionsstopp für die deutschen VW-Werke bis 19. April. Ursprünglich sollten die Fabriken am 10. April wieder angefahren werden. Für rund 80.000 Beschäftigte der Volkswagen AG wurde Kurzarbeit eingeführt. Für die anderen Konzernmarken Audi und Porsche gilt noch eine Auszeit bis 9. April. Es wird aber damit gerechnet, dass auch bei diesen VW-Töchtern die Bänder länger stillstehen werden.

VW insgesamt bereitet gleichzeitig das Wiederanfahren der Bänder vor – etwa indem der Abstand zwischen den Mitarbeitern am Band vergrößert wird und Sanitärräume öfter gereinigt werden, um den Mitarbeitern die Angst vor Ansteckung zu nehmen. Bei Porsche heißt es, die Lage werde kontinuierlich beobachtet und Woche für Woche neu entschieden. Auch in anderen Ländern stehen die Bänder bis Ostern still.

Fiat Chrysler will eigentlich nächste Woche drei seiner Werke in Italien wieder anfahren. Es gilt aber als unwahrscheinlich, dass die italienische Regierung dafür grünes Licht geben wird. In dem besonders stark von der Corona-Pandemie betroffenen Land wird damit gerechnet, dass die Beschränkungen zur Eindämmung des Virus um zwei weitere Wochen bis zum 18. April verlängert werden.

Ford beschäftigt sich ebenfalls mit Vorbereitungen für einen Neustart. Einen Zeitpunkt dafür gebe es aber noch nicht, heißt es aus der Kölner Europazentrale. „Wir schauen von Woche zu Woche.“ Am 20. April wolle man prüfen, wann die Produktion wieder beginnen könne. In den USA will der Konzern die Produktion in einigen Werken bereits am 6. April wieder aufnehmen, um dort besonders profitable Fahrzeuge wie den Pick-up F-150, den Transporter Transit und SUV-Modelle zu bauen. (Reuters)