Beispiel Singapur: So gefährlich ist die “Zweite Welle” des Coronavirus

Beispiel Singapur: So gefährlich ist die “Zweite Welle” des Coronavirus
Bild von Dung Tran auf Pixabay

Auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Angst vor einer zweiten Welle des Coronavirus groß – zu Recht wie sich zeigt.

In Singapur wurden Ende Februar nur 100 Infektionen mit Covid-19 aufgezeichnet und das obwohl alle Schulen und Geschäfte normalen Betrieb hatten. Nun ist in Singapur aber die gefürchtete “Zweite Welle” des Coronavirus ausgebrochen – die Lage verschlechtert sich rasant.

Neue Statistiken zeigen über 1370 Infektionen in dem reichen Stadtstaat. Die Regierung greift daher auch zu rigorosen Maßnahmen: Ab Dienstag sind die Geschäfte geschlossen, ab Mittwoch auch die Schulen – und zwar für ein ganzes Monat. Ausgenommen sind nur lebensnotwendige Betriebe wie Supermärkte.

Scheitert die Strategie?

Dabei war Singapur ein Vorbild der Coronavirus-Bekämpfung. Jede Infektion wurde lückenlos aufgezeichnet und Kontaktpersonen identifiziert, die Ausbreitung konnte so auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Zudem hat Singapur bereits nach der SARS-Krankheit von 2003 umfassende Sicherheitsmaßnahmen getroffen, die sich nun ausgezahlt haben.

So gut die Strategie bislang funktioniert hat, ab einer gewissen Anzahl an Infizierten stößt sie an ihre Grenzen. Dieser Zeitpunkt dürfte bald erreicht sein – eine lückenlose Nachverfolgung von Infektionsketten ist dann nicht mehr möglich. Auch die Bitten der Regierung, sich möglichst nicht in Menschenmassen aufzuhalten, ignorierte ein Großteil der Bevölkerung Singapurs. Nun bleibt abzuwarten, ob mit den erlassenen Regeln die Zweite Welle abgefangen werden kann. Fest steht: Einen erneuten Ausbruch durch Lockerung von Maßnahmen sollte in Europa befürchtet werden.


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