China: Muslime werden festgenommen, wenn sie lange Bärte tragen

China: Muslime werden festgenommen, wenn sie lange Bärte tragen
Bild von Amber Clay auf Pixabay

Die als “Karakax-Liste” bekannte Datenbank zeigt Personen, die aus Gründen wie “geringfügige religiöse Infektion” in Internierungslager geschickt wurden.

Laut einer durchgesickerten Datenbank gehören das Tragen eines langen Bartes, das Tragen eines Schleiers oder der versehentliche Besuch einer ausländischen Website zu den Rechtfertigungen für die Entsendung von Uiguren in Chinas berüchtigte Internierungslager.

Die Uiguren sind eine Volksgruppe, die zu Chinas ethnischen Minderheiten gehören. Sie sind heutzutage typischerweise sunnitische Muslime, sprechen ihre eigene Sprache und befolgen auch teilweise eine Form des Schamanismus.

Datenbank aufgedeckt

Die neu aufgedeckte Datenbank – nach der Gegend, in der sie erstellt wurde, als „Karakax-Liste“ bekannt – umfasst 137 Seiten und zeigt detailliert die Hauptgründe für die Inhaftierung von mehr als 300 Personen auf.

In der Datenbank werden Häftlinge und ihre Familien nach starren, genau definierten Kategorien erfasst und klassifiziert. Haushalte werden als „vertrauenswürdig“ oder „nicht vertrauenswürdig“ eingestuft, und ihre Einstellungen werden als „normal“ oder „gut“ eingestuft.

In der Datenbank wird auch betont, dass sich die chinesische Regierung auf die Religion als Grund für die Inhaftierung konzentrierte – nicht nur auf politischen Extremismus, wie die Behörden behaupten. Auch gewöhnliche Aktivitäten wie Beten, Besuch einer Moschee oder sogar das Wachsen eines langen Bartes zählen als Inhaftierungsgründe.


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