Corona in Deutschland: Maskenpflicht soll bis zur Impfung bleiben

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Das Coronavirus verbreitet sich weltweit so schnell wie nie zuvor. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldete in der Nacht zum Sonntag einen Rekord bei den Neuinfektionen.

In 24 Stunden seien fast 260.000 neue Erkrankungen registriert worden. Zuletzt hat die Zahl der neu registrierten Fälle vor allem in den USA, Brasilien, Indien und Südafrika zugenommen. Allein aus den USA wurden fast 75.000 Neu-Infektionen gemeldet, so dass die Gesamtzahl dort auf 3,63 Millionen kletterte. Fast 140.000 Tote wurden gezählt.

In Brasilien haben sich über zwei Millionen Menschen infiziert, 78.000 sind gestorben. Deutschland dagegen meldet sei Wochen weitgehend stabile Zahlen auf niedrigem Niveau. Man habe Corona derzeit im Griff, sagte Kanzleramtschef Helge Braun. Bis zum Einsatz eines Impfstoffs müsse die Maskenpflicht aber bleiben.

Maskenpflicht bleibt wohl

Das Robert-Koch-Instituts (RKI) meldete am Sonntag 202 Neuinfektionen und damit insgesamt 201.574 bestätigte Corona-Fälle. Ein weiterer Todesfall ließ die Gesamtzahl auf 9084 wachsen. Die Zahl der akut Infizierten – die das Virus also weitertragen können – liegt seit längerem um die 5.000, da über die vergangenen Wochen etwa soviele Menschen gesundeten wie sich neu infizierten. Kanzleramtschef Braun (CDU) zog in der „Bild am Sonntag“ so eine positive Zwischenbilanz. „Derzeit kann man sagen: Wir haben Corona in Deutschland im Griff“, sagte er. „Aber das ist eine Momentaufnahme – das Virus ist nach wie vor im Land, es kann immer wieder zu Ausbrüchen kommen.“ Braun stellte Großveranstaltungen im Kultur und Sport mit Fans im Stadion für den Herbst in Aussicht. An der Maskenpflicht will Braun bis zur Zulassung eines Impfstoffs festhalten. Erst dann werde man zum Normalzustand zurückkehren können.

Braun sagte, er könnte sich für die deutschen Corona-Toten einen Staatsakt nach dem Vorbild Spaniens vorstellen. „Bei all der Freude über niedrige Infektionszahlen sollten wir ein Zeichen setzen, dass die Gestorbenen nicht vergessen sind“, sagte Braun. Nach meinem Gefühl könnte es ein gutes Zeichen für einen Schlusspunkt der Pandemie sein, dieses Andenken würdigend in den Mittelpunkt zu stellen.“

Brasilien absoluter Hotspot

Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf. Das Gesundheitsministerium dort meldete 28.532 Neuinfektionen. Damit stieg die Gesamtzahl der Ansteckungen auf 2,074 Millionen. Die Zahl der Todesfälle legte binnen 24 Stunden um 921 auf 78.772 zu. Unter den Infizierten ist auch Präsident Jair Bolsonaro. Er lehnt strenge Schutzbestimmungen in seinem Land ab und hält das Virus allenfalls für Ältere und Kranke für gefährlich.

Auch in Mexiko ist das Virus bislang nicht eingedämmt. Das mexikanische Gesundheitsministerium bestätigt innerhalb eines Tages 7615 Neuinfektionen und 578 weitere Todesfälle. Insgesamt sind in Mexiko nach offiziellen Angaben knapp 340.000 Menschen mit dem Virus infiziert und rund 39.000 an den Folgen von Covid-19 gestorben. Die Regierung geht aber davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Erkrankten wahrscheinlich deutlich höher liegt als die bestätigten Fälle.

In Ostasien, wo die Pandemie als eingedämmt galt, reagieren die Behörden auf neue Ausbrüche. In Hongkong verschärften sie die Auflagen wieder und wiesen die öffentliche Bedienstete an, von zuhause zu arbeiten. Regierungschefin Carrie Lam sprach von 100 Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden. „Die Lage ist sehr ernst und es gibt keine Anzeichen, dass wir sie unter Kontrolle bekommen“, sagte Lam.

(Reuters)