Corona-Krise: Vapiano meldet endgültig Insolvenz an

Corona-Krise: Vapiano meldet endgültig Insolvenz an
Quelle: Free-Photos/Pixabay.de

Die beliebte Fast-Food-Kette Vapiano ist pleite – das stand bereits vor Tagen fest. Nun ist eine Einigung mit Gläubigern gescheitert, die Kette steht vor dem Aus.

Die Schnellrestaurant-Kette Vapiano meldet Insolvenz an. Die Banken und die Großaktionäre seien sich nicht über die weitere Finanzierung einig geworden, teilte das Unternehmen in der Nacht zum Donnerstag in Köln mit. Am Ende fehlten laut Finanzvorstand Lutz Scharpe knapp 37 Millionen Euro, nachdem fast alle der weltweit 230 Pizza- und Pasta-Restaurants von Vapiano zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie schließen mussten, die Kosten aber weiterliefen. Das Amtsgericht Köln bestellte am Donnerstag die Rechtsanwältin Ruth Rigol von der Kanzlei Pluta zur Insolvenzverwalterin, wie ein Amtsgerichts-Sprecher sagte. Vapiano galt schon vor der Coronakrise als Sanierungsfall. In den ersten neun Monaten 2019 liefen 46 Millionen Euro Verlust auf, neuere Zahlen liegen nicht vor.

Die Kette hatte vor zwei Wochen Alarm geschlagen: Man sei zahlungsunfähig und brauche dringend Staatshilfe. Damals war noch von einem Liquiditätsbedarf von 24 Millionen Euro die Rede. Doch die Kredite der Staatsbank KfW sind Firmen vorbehalten, die nicht schon vor der Corona-Pandemie in der Krise waren. Wie mit den Verhandlungen vertraute Personen sagten, scheiterte eine Lösung mit Hilfe der nordrhein-westfälischen Förderbank NRW.Bank, weil sich die sechs Gläubigerbanken mit zweien der drei Großaktionäre nicht über eine weitere Finanzspritze einig wurden. “Die Aktionäre hatten kein Interesse mehr, frisches Geld zu geben”, sagte einer der Insider.

Insolvenz wird bedauert

Größter Aktionär von Vapiano ist Mayfair, die Beteiligungsfirma der ehemaligen Tchibo-Eigentümerfamilie Herz, mit 47,4 Prozent. Mayfair teilte mit, man bedaure die Insolvenz. Die Parteien hätten sich intensiv um eine stabile Finanzierung bemüht. Die Krise und der Liquiditätsschwund hätten die Pläne durchkreuzt, weshalb der Insolvenzantrag unausweichlich geworden sei. Mayfair habe in den vergangenen zwei Jahren schon 22 Millionen Euro frisches Geld gegeben. Vapiano-Gründer Gregor Gerlach und die Wella-Erben Hans-Joachim und Gisa Sander kommen zusammen auf knapp 35 Prozent der Anteile. Die Vapiano-Aktien brachen um zwei Drittel auf 32 Cent ein.

Für Vapiano arbeiten weltweit rund 10.000 Mitarbeiter, davon 3800 in Deutschland. Ein Teil der Restaurants in Deutschland wird von Franchisenehmern betrieben, die sich von der Insolvenz nicht betroffen sehen.

(Reuters)


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