Coronavirus: Migrationsforscher fordert Räumung der Flüchtlingslager in Griechenland

Coronavirus: Migrationsforscher fordert Räumung der Flüchtlingslager in Griechenland
Photo by Pixabay

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus fordert der österreichische Migrationsforscher Gerald Knaus, ein Mitentwickler des EU-Türkei-Abkommens, die Räumung der Flüchtlingslager – insbesondere auf den griechischen Inseln.

Sollte sich in den mit rund 40.000 Menschen vollkommen überfüllten Lagern auf den Inseln das Coronavirus verbreiten, wären Massenansteckung und Panik die Folge – auch unter der ansässigen Bevölkerung, erklärte Gerald Knaus dem „Standard“ (Montag-Ausgabe). Es gelte, vielleicht Tausende Infektionen sowie Todesfälle unter Flüchtlingen zu verhindern, so Knaus. In Griechenland wurden bisher über 530 Fälle von Coronavirus-Infektionen registriert.

Camp Moria: Ein Wasserhahn für 1.300 Flüchtlinge

Im überfüllten Camp Moria auf der Insel Lesbos müssen sich 1.300 Flüchtlinge einen Wasserhahn teilen, „die meisten können sich nicht einmal regelmäßig ihre Hände waschen. Viele leben in behelfsmäßigen Zelten und haben keine Chance, sich voneinander zu isolieren, um eine Infektion zu vermeiden“, so Knaus.

Knaus plädierte deshalb für eine Umverteilung der Schutzsuchenden auf das griechische Festland, wie auch von Hilfsorganisationen seit Langem gefordert wird. Von dort aus sollen diese dann auch auf andere EU-Staaten verteilt werden.


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