Darum trifft das Coronavirus Männer härter als Frauen

Von Beginn der Coronavirus-Krise war es auffällig. Männer reagieren auf das Virus stärker als Frauen. Aber warum?

Es fiel den Medizinern in Wuhan bereits auf. Sie hatten deutlich mehr männliche Patienten als weibliche. Und denen ging es auch noch um ein Vielfaches schlechter als den Frauen. Das spiegelt sich auch in der Sterblichkeitsrate wider. So liegt jene bei den Männern bei 2,8 Prozent, bei den Frauen bei 1,7 Prozent.

Das Immunsystem spielt wohl die entscheidende Rolle

Aber warum ist das so? Während Rauchen und das Gesundheitsbewusstsein oft genannt werden, so ist es am Wahrscheinlichsten, dass das Immunsystem ausschlaggebend ist. Das Immunsystem von Frauen kommt grundsätzlich besser mit vielen Viren zurecht. Das weibliche Sexualhormon Östrogen verstärkt dabei die antivirale Reaktion der Immunzellen. Im Gegensatz dazu reagiert das männliche Immunsystem zu wenig, zu langsam oder gar nicht, wenn mit dem Coronavirus in Kontakt kommt. Das liegt dann am männlichen Sexualhorm Testosteron, das die Immunantwort ausdrückt.

Viele Gene für das Immunsystem befinden sich auf dem X-Chromosom, das bei Frauen im Gegensat zu Männern doppelt vorliegt. Wahrscheinlich wird dadurch die Steuerung des Immunsystems bei Frauen aktiver als bei Männern. Das müsste sich nämlich in der Antikörper-Menge gegen das Coronavirus niederschlagen, die Menschen während der Infektion bilden. Entsprechende Untersuchungen sind gerade angelaufen.