Deutsches Gericht: Mörder hat das Recht online anonym zu werden

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Ein 1982 wegen Verbrechens verurteilter Mann möchte, dass sein Name aus Internet-Suchergebnissen entfernt wird.

Ein Mann, der vor 37 Jahren wegen Mordes verurteilt wurde, hat das Recht, vergessen zu werden und seinen Namen aus den Online-Suchergebnissen zu streichen.

Das Verfassungsgericht in Karlsruhe sprach sich für einen Mann aus, der 1982 wegen Mordes an zwei Personen auf einer Yacht zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden war.

Der Mann, der 2002 aus dem Gefängnis entlassen wurde, kämpft jetzt darum, seinen Familiennamen von Berichten über den Fall zu distanzieren.

Ansuchen wurde 2012 noch abgelehnt

Die Entscheidung könnte bedeuten, dass Veröffentlichungen in solchen Fällen gezwungen sind, den Zugriff von Suchmaschinen auf ihre Online-Archive zu beschränken.

Sein vollständiger Name erscheint immer noch in Online-Recherchen als Teil eines archivierten Artikels in der deutschen Wochenzeitung Der Spiegel.

Sein Fall wurde 2012 zunächst von einem Bundesgericht mit der Begründung abgelehnt, dass sein Recht auf Privatsphäre das öffentliche Interesse und die Pressefreiheit nicht überwiegt.

Das Gericht bestand jedoch auch darauf, dass Einzelpersonen nicht einseitig ein Recht auf Vergessen geltend machen könnten und dass ihre Entscheidung von der seit dem Verbrechen verstrichenen Zeit beeinflusst worden sei.