Deutschland: Gastgewerbe attackiert die Bundesregierung

Deutschland: Gastgewerbe attackiert die Bundesregierung
Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Deutsche Hotels und Gaststätten dringen auf eine rasche Öffnung ihrer Betriebe, denn unzählige Existenzen sind durch die Krise bedroht.

“Die Folgen der Corona-Pandemie sind für Deutschlands Gastgewerbe verheerend”, sagte der Präsident des Branchenverbandes Dehoga, Guido Zöllick, am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. “Die Betriebe haben keine Umsätze, die hohen Kosten laufen indes weiter.” Für viele kleine und mittelständische Betriebe geht es um die nackte Existenz. “Die bisher beschlossenen Maßnahmen der Bundesregierung reichen für unsere Branche definitiv nicht aus”, sagte Zöllick. Insbesondere mittelständischen Betriebe drohten durch das Raster des Schutzschirmes zu fallen.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hält Lockerungen auch für touristische Betriebe wie Hotels und Gaststätten derzeit allerdings nicht für denkbar. “Wir können im Moment nichts anderes tun, als diese Unternehmen zu unterstützen und für Liquidität zu sorgen, um diese schwierige Phase zu überstehen”, sagte sie dem SWR. Das Virus sei “nach wie vor gefährlich und es bleibt unsere Aufgabe, die Ausbreitung weiterhin zu bremsen”.

Reduzierte Mehrwertsteuer?

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) spricht sich zur Bewältigung der Virus-Folgen für die Einführung der reduzierten Mehrwertsteuer für gastronomische Umsätze ab dem ersten Tag der Wiedereröffnung.

“Mit sieben statt 19 Prozent Mehrwertsteuer könnten die nicht unerheblichen Umsatzausfälle aufgrund der dann einzuhaltenden Abstandsregelungen ein wenig kompensiert werden – und das völlig unbürokratisch, antragslos und sofort wirksam”, sagte Zöllick. Der reduzierte Satz würde zudem mittelfristig helfen, aufgenommene Kredite auch tilgen zu können. Die Branche zählt rund 223.000 Betriebe mit 2,4 Millionen Beschäftigten. 

(Reuters)


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