Deutschland: Virologen wollen ganze Stadt zu Corona-Labor machen

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Eine Studie wird 1.000 Menschen in Heinsberg, einer schwer betroffenen deutschen Stadt, begleiten, um einen Entwurf für den Umgang mit Coronaviren zu erstellen.

Deutsche Wissenschaftler haben eine einzigartige Studie angekündigt, in der untersucht wird, wie sich das Coronavirus ausbreitet und wie es eingedämmt werden kann. Dabei soll eine der am stärksten betroffenen Städte des Landes als reales Labor genutzt wird.

Das Virus hat sich unter den 250.000 Einwohnern von Heinsberg – einem an die Niederlande angrenzenden Bezirk in Nordrhein-Westfalen – mit 1.281 bestätigten Infektionen und 34 Todesfällen weiter verbreitet als anderswo in Deutschland. Bisher haben sich mehr als 550 Menschen von der Krankheit erholt.

Dem Land 2 Wochen voraus

Das Fortschreiten des Virus in Heinsberg, das den Spitznamen „Deutschlands Wuhan“ trägt, liegt zwei bis zweieinhalb Wochen vor dem Rest des Landes. In den kommenden Wochen wird der Distrikt von führenden Virologen und einem Team von 40 Medizinstudenten als eine Art Labor für die Untersuchung des Virus genutzt.

Die am Dienstagmorgen gestartete „Covid-19-Fallcluster-Studie“ wird 1.000 Personen folgen, die ausgewählt wurden, weil sie für die gesamte deutsche Bevölkerung repräsentativ sind. Die Ergebnisse werden verwendet, um eine Leitlinie für den Umgang Deutschlands mit dem Virus in den nächsten Jahren zu erstellen, sagte Prof. Hendrik Streeck, Chefvirologe an der Universität Bonn.