Deutschland will ärmsten Ländern wegen Corona-Krise Aufschub bei Schulden gewähren

Deutschland will ärmsten Ländern wegen Corona-Krise Aufschub bei Schulden gewähren
Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Deutschland unterstützt Regierungskreisen zufolge Bemühungen, besonders armen Staaten in der Corona-Krise Schuldenerleichterungen zu gewähren.

Die Pandemie sei ein globales Problem und könne entsprechend auch nur durch gemeinsames Handeln bewältigt werden, sagte ein Regierungsvertreter am Dienstag. “Sie ist auch eine Bewährungsprobe für die G20.”

Die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer wollen am Mittwoch per Video-Schalte beraten. Dabei werde es um Hilfen für die Gesundheitssysteme und wirtschaftspolitische Maßnahmen gehen, sagte der deutsche Regierungsvertreter. Besonders wichtig sei aber ein mögliches Schuldenmoratorium, also Aufschübe bei Zins- und Tilgungszahlungen, um sich in der Krise auf die Ausstattung der Gesundheitssysteme mit zusätzlichen Ressourcen konzentrieren zu können. Den ärmsten Ländern der Welt könnten bis zu 14 Milliarden Dollar gestundet werden. Deutschland unterstütze dies.

Schuldenerlass?

Denkbar wäre auch ein Schuldenerlass. Experten rechnen aber nicht damit, dass dieses Mittel jetzt schon eingesetzt werden wird. Das könnte sich aber ändern, sollte die Krise länger dauern als momentan erwartet. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat 25 besonders armen Ländern aus seinem Notfallsfonds CCRT bereits Schuldenerleichterungen gewährt.

Davon profitieren unter anderem Haiti, Mali, Nepal, Niger, Ruanda, Togo und Jemen. Die Hilfen sind dabei zunächst auf sechs Monate befristet. Der CCRT hat ein Volumen von 500 Millionen Dollar, soll aber auf 1,4 Milliarden aufgestockt werden – wäre damit aber immer noch nur ein kleiner Teil des IWF. Dieser kann insgesamt eine Billion Dollar verleihen. Bei den aktuellen Corona-Notfallfinanzierungen rechnet der IWF mit einer Nachfrage von rund 100 Milliarden Dollar.

(Reuters)


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