China folterte ehemaligen britischen Konsulatsangestellten

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Ein ehemaliger Mitarbeiter des britischen Konsulats in Hongkong gab an, in China gefoltert und von der Geheimpolizei wegen der langjährigen Proteste für mehr Demokratie verhört worden zu sein.

Simon Cheng, ein 28-jähriger Hongkonger, der im August während einer Reise auf das chinesische Festland 15 Tage lang inhaftiert war wandte sich per Facebook an die Öffentlichkeit. Er behauptet er sei mit verbundenen Augen geschlagen, gefesselt und gezwungen worden, in Stresspositionen stundenlang zu verharren.

Cheng beschuldigte die chinesische Geheimpolizei, ihn wiederholt über die Rolle des Vereinigten Königreichs bei den Protesten in Hongkong und über seine eigene Teilnahme verhört zu haben.

Außenminister spricht von „Folter“

China hat wiederholt westliche Länder, einschließlich Großbritanniens und die Vereinigten Staaten, beschuldigt, sich in die halbautonome chinesische Stadt Hongkong einzumischen und die Proteste zu beeinflussen, die diese seit fast sechs Monaten heimsuchen.

Der britische Außenminister Dominic Raab schien am Mittwoch vielen Behauptungen von Cheng zuzustimmen.

„Simon Cheng war ein geschätztes Mitglied unseres Teams. Wir waren schockiert und entsetzt über die Misshandlungen, die er in der chinesischen Haft erlitten hat, was einer Folter gleichkommt“, sagte Raab.

China beruft sich auf Gesetze

Auf die Behauptung von Cheng, er sei gefoltert worden, antwortete der Sprecher des chinesischen Außenministeriums auf einer Pressekonferenz, dass die chinesische Abteilung für öffentliche Sicherheit „alle seine Rechte und Interessen gemäß dem Gesetz garantiert“.

Cheng „machte auch ein volles Geständnis seiner illegalen Handlungen“, sagte Geng.

Was steckt dahinter?

Cheng, der als Handels- und Investitionsbeauftragter für das britische Generalkonsulat in Hongkong tätig war, wurde am 8. August von den chinesischen Behörden festgenommen, nachdem er auf dem Festland in Shenzhen gelandet war.

Peking bestätigte, dass Cheng in Verwaltungshaft gehalten wurde, weil er gegen das Strafgesetz der chinesischen Sicherheitsverwaltung verstoßen hatte, das eine Reihe von Übertretungen abdeckt, die als zu geringfügig für volle Straftaten gelten.

Das Gesetz wird häufig als vorläufige Maßnahme verwendet, die es der Polizei ermöglicht, einen Verdächtigen zu ermitteln, bevor entschieden wird, ob er strafrechtlich verfolgt wird.