Forderung nach digitalem Euro wird lauter

Forderung nach digitalem Euro wird lauter
Photo by bruno neurath-wilson on Unsplash

Die deutschen Privatbanken drängen auf eine zügige Einführung des digitalen Euro. Damit wollen sie verhindern, dass Europa im Vergleich mit China und den USA weiter zurückfällt. “Die Wettbewerbsfähigkeit Europas steht auf dem Spiel wie nie zuvor”, erklärte Andreas Krautscheid, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands BdB, in einem am Mittwoch veröffentlichten Positionspapier. “Die Einführung eines programmierbaren Euros ist unabdingbar.” Er sei die zwingende Antwort auf die Bedrohung der digitalen Souveränität Europas durch die Facebook-Cyberwährung Libra oder des digitalen Renminbi in China.

Die privaten Banken in Deutschland hätten den Bedarf für einen digitalen Euro erkannt, sie stünden bei der Umsetzung aber vor hohen Herausforderungen, machte Krautscheid deutlich. Es sei daher notwendig, dass die Politik mit koordinierenden Maßnahmen die Pläne unterstütze und einen europäischen Standard schaffe. Auch die Banken untereinander müssten eng zusammenarbeiten. “Die Marktmacht eines US-amerikanischen Big-Techs ist zu groß, um als einzelner Anbieter dagegen anzukommen.”

Auch der IT-Branchenverband Bitkom warnte kürzlich davor, dass Europa bei Cyberwährungen international abgehängt wird. Gerade dem US-Konzern Facebook trauen Experten zu, seine Digitalwährung Libra weltweit zu etablieren, vor allem weil Überweisungen über Landesgrenzen hinweg weiterhin relativ teuer sind und lange dauern.

Die Bundesregierung, die Bundesbank und die Europäische Zentralbank (EZB) haben sich zuletzt verstärkt mit digitalen Währungen beschäftigt. Viele Banken und Firmen experimentieren zudem mit Blockchain-Projekten, das ist die hinter der digitalen Währung stehende Technologie. Einige Experten aus der Industrie warnen davor, dass digitale Währungen Unsicherheit schaffen und Prozesse verkomplizieren. Außerdem gibt es Bedenken wegen des Datenschutzes.

(Reuters)


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