Die französische Regierung will in der Corona-Krise heimische Unternehmen stärker vor der Einflussnahme von Investoren aus Übersee schützen.
Bis Ende des Jahres sei bereits bei Anteilsübernahmen ab zehn Prozent die Genehmigung durch die Regierung nötig, sagte Finanzminister Bruno Le Maire am Mittwoch. Bislang lag die Hürde bei 25 Prozent. „In dieser Krisenzeit sind einige Unternehmen verwundbar, einige Technologien sind verletzlich und könnten von ausländischen Konkurrenten zu niedrigen Kosten gekauft werden“, begründete Le Maire im Fernsehsender LCI seinen Vorstoß. „Das werde ich nicht zulassen.“
Die Regierung hatte bereits zu Jahresbeginn ihre Kontrollen für außereuropäische Auslandsinvestitionen verschärft. Dabei wurde die Schwelle für staatliche Überprüfungen von 33 auf 25 Prozent gesenkt. Le Maire sagte, dass er auch Biotech-Unternehmen auf eine Liste von Branchen setzen werde, die eine staatliche Genehmigung benötigen.
Zieht Deutschland nach?
Auch die Bundesregierung hat ein Auge darauf, dass kritische Infrastruktur in Deutschland vor unerwünschten Übernahmen geschützt wird. Sie sorgt sich, dass durch den Wertverlust infolge der Corona-Krise viele Unternehmen für Übersee-Investoren etwa aus China besonders attraktiv erscheinen.
Geplant ist beispielsweise eine Novelle der Außenwirtschaftsverordnung (AWV). Dabei sollen kritische Technologien definiert werden, die als besonders schützenswert gelten.
(Reuters)







