Größte Überschwemmungen in Venedig seit 50 Jahren


In Venedig herrscht Ausnahmezustand: Das Wasser erreichte nach Angaben des Gezeitenüberwachungszentrums eine Höhe von 1,87m. Nur einmal seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1923 war die Flut höher und erreichte im Jahr 1966 1,94m.

Die Bilder zeigten beliebte Touristenattraktionen, die völlig überflutet waren und Menschen, die durch die Straßen wateten.

Der Markusplatz – einer der niedrigsten Teile der Stadt – war einer der am schlimmsten betroffenen Bereiche. Der Markusdom wurde laut Aufzeichnungen zum sechsten Mal in 1.200 Jahren überflutet.

Pierpaolo Campostrini, Mitglied des Markusrates, sagte, vier dieser Überschwemmungen seien nun innerhalb der letzten 20 Jahre aufgetreten.

Katastrophenzustand ausgerufen

Zwei Menschen starben auf der Insel Pellestrina, einem dünnen Landstreifen, der die Lagune von Venedig von der Adria trennt. Ein Mann wurde durch einen Stromschlag getötet, als er versuchte, in seinem Haus eine Pumpe zu starten, und eine zweite Person wurde tot an anderer Stelle aufgefunden.

Der Bürgermeister von Venedig, Luigi Brugnaro, sagte, er werde einen Katastrophenzustand erklären und warnte, dass die Flut “bleibende Spuren hinterlassen” werde.

“Die Situation ist dramatisch. Wir bitten die Regierung, uns zu helfen. Die Kosten werden hoch sein. Dies ist das Ergebnis des Klimawandels”, sagte er auf Twitter.

Menschen in der ganzen Stadt wateten durch die Fluten.
Eine Reihe von Unternehmen waren betroffen. Stühle und Tische schwebten vor Cafés und Restaurants.

In Geschäften versuchten die Arbeiter, ihre Vorräte aus dem Wasser zu entfernen, um weitere Schäden zu vermeiden.

Drei Wasserbusse sanken in Venedig, aber die Touristen setzten ihre Besichtigungen fort, so gut sie konnten.

Ein französisches Ehepaar teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, dass sie “effektiv geschwommen” seien, nachdem einige der Holzplattformen in überschwemmungsgefährdeten Gebieten rund um die Stadt aufgestellt worden waren.

Projekt gegen Überschwemmungen stockt

Seit 2003 läuft ein Projekt zum Schutz der Stadt vor Überschwemmungen, das jedoch von steigenden Kosten, Skandalen und Verzögerungen heimgesucht wurde.

Der Plan zielt darauf ab, eine Reihe von schwimmenden Toren zu bauen, um die Stadt bei Flut zu schützen.

Italien wurde am Dienstag von heftigen Regenfällen heimgesucht, mit weiteren Unwettern in den kommenden Tagen wird gerechnet.


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