“Grottenschlecht”: So steht es um die deutsche Wirtschaft

“Grottenschlecht”: So steht es um die deutsche Wirtschaft
Bild von mohamed Hassan auf Pixabay

Die Bundesregierung befürchtet wegen der Corona-Pandemie einen Einbruch der Exporte – sogar von “grottenschlechten” Zahlen ist die Rede.

Zolldaten für die vergangene Woche “deuten auf fortgesetzt schwache Exporttätigkeit hin”, heißt es in einem der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag vorliegendem Papier von Wirtschafts- und Finanzministerium. Demnach ist etwa der Seeverkehr im Vergleich zum Durchschnitt von Mitte Januar bis Ende Februar um 48 Prozent eingebrochen, der Eisenbahnverkehr sogar um 67 Prozent. Auch Straßen- und Luftverkehr nahmen drastisch ab.

“Die schwachen Zolldaten passen ins allgemeine Bild – auch wenn sie durch die Osterferien zusätzlich nach unten gedrückt wurden”, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. “Demnach ist der deutsche Export im April weiter eingebrochen, nachdem er schon im März empfindlich gesunken war.” Dafür spreche auch der stark gesunkene Stromverbrauch, der einen Einbruch der Industrieproduktion signalisiere. “Leider bestätigt all dies die Prognose, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal grottenschlecht ausfallen wird”, sagte Krämer. “Das Minus gegenüber dem ersten Quartal dürfte mindestens 7,5 Prozent betragen.”

Rat an die Regierung

Der Chefökonom rät der Regierung dazu, den Rückgang der Neuinfektionen konsequent zu nutzen, um die Beschränkungen für die Unternehmen und ihre Beschäftigten schrittweise zurückzunehmen. “Die Unternehmen brauchen eine Öffnungsvision, damit sie das Hochfahren der Produktion vorbereiten können und die Wertschöpfungsketten wieder ineinandergreifen”, betonte Krämer.

“Auf Dauer kann der Staat die Unternehmen nicht stützen. Schließlich finanzieren am Ende die Unternehmen und ihre Beschäftigten den Staat – und nicht umgekehrt.”

(Reuters)


Share This