Jörg Haider: Gerüchte zu seinem Unfalltod

Jörg Haider: Gerüchte zu seinem Unfalltod
Wikimedia Commons

Am Sonntag wäre Jörg Haider 70 Jahre alt geworden. Rund um den Unfalltod des Kärntner Politikers gibt es immer wieder wilde Gerüchte.

Am 11. Oktober 2008 ist für viele Österreicherinnen und Österreicher eine Welt zusammengebrochen: Jörg Haider, einer der populärsten Politiker des Landes, kam bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Die Meldung versetzt damals nicht nur Kärnten in einen Schock. Sein Parteikollegen Gerhard Dörfler meinte damals: “In Kärnten ist die Sonne vom Himmel gefallen.” Am Sonntag, den 26. Jänner, wäre Haider 70 Jahre alt geworden.

Was ist wirklich passiert?

Was ist damals in dieser Nacht, die sich bis heute vielen Kärntnern eingebrannt hat, wirklich passiert? Darum ranken sich immer wieder wilde Gerüchte. Fest steht: Südlich von Klagenfurt, in Lambichl, verunglückte Haider mit seinem VW Phaeton und starb noch während des Transports im Spital. Davor war er in Lokalen unterwegs gewesen; angeblich wurde bei ihm später ein Alkoholspiegel über der erlaubten Grenze gemessen und außerdem zu schnell unterwegs war – laut der offiziellen Untersuchung mit mehr als 140 km/h statt der erlaubten 70 km/h.

Offizielle Untersuchungen

Trotz vieler Beweise und einer Vielzahl von Untersuchungen häuften sich schon kurz nach dem Unfall die Verschwörungstheorien – Buchautoren fanden Ungereimtheiten oder offene Fragen. War es ein ausländischer Geheimdienst? Waren es politische Gegner? Selbst wenn das offzielle Österreich mit dem Fall abgeschlossen hat, können sich die Fans von Haider bis heute nicht dafür erwärmen, dass es einfach nur ein schrecklicher Unfall war. Wieso war er so schnell unterwegs, weshalb hatte er es so eilig, war er vorher wirklich nur auf einer “normalen” Veranstaltung? Nicht alles kann letztlich völlig aufgeklärt werden.

Politisches Auf und Ab

Der 1950 im oberösterreichischen Goisern geborene Haider war einer der aufstrebenden Politstars in Österreich, der auch außerhalb des Landes für Furore sorgte: Im Herbst 1986 hatte er in einer Horuck-Aktion die Führung der FPÖ übernommen; es folgte der rapide Aufstieg bis zum Ergebnis von knapp 27 Prozent bei der Wahl 1999. Die ÖVP stellte dann mit Wolfgang Schüssel den Kanzler in einer ÖVP-FPÖ-Koalition, Haider blieb in Kärnten. Später kam es zum Zerwürfnis mit der FPÖ, 2005 gründete Haider das BZÖ; mit dieser neuen Partei schaffte er 2008 den vierten Platz bei den Nationalratswahlen. Haider sorgte immer wieder auch abseits offizieller Funktionen für Erregung – unter anderem mit seinem Besuch bei Saddam Hussein und seiner innigen Freundschaft zum Sohn von Muammar al-Gaddafi. Für viele Kärntner steht aber bis heute fest: Haider war die Sonne dieses Bundeslandes.


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