Kommt Tempo 130 auf deutschen Autobahnen?

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Die Zeichen mehren sich, dass der Widerstand gegen eine Tempobegrenzung geringer werden könnte. Wie werden die Deutschen reagieren?

In Österreich ist die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h auf einem Teilstück der Westautobahn schon bald wieder Geschichte: Die neue türkis-grüne Bundesregierung will das Lieblingsprojekt des früheren Verkehrsministers Norbert Hofer (FPÖ) offenbar demnächst beiseite räumen. Der Grund: Klimaschutz und Sicherheit würden gegen eine Erhöhung des Tempolimits sprechen – selbst wenn dies nur auf bestimmten Strecken wäre.

Deutschland: Debatte kommt

In Deutschland gibt es indes ganz andere Debatte: Soll es ein generelles Tempolimit auf den Autobahnen geben? Bisher gibt es keine Einschränkungen bei der erlaubten Höchstgeschwindigkeit, von der empfohlenen Richtgeschwindigkeit von 130 km/h mal abgesehen. Tempo 130 überall ist aber ein politisch ausgesprochen heikles Thema, über das sich die meisten Politiker nicht drüber getraut haben. Erst im Vorjahr hatte eine Abstimmung im Bundestag darüber mit einer deutlichen Niederlage der Befürworter geendet.

Widerstand schmilzt

Nun mehr sich aber die Zeichen, dass der Widerstand geringer wird. Vor kurzem hat auch der Automobilklub ADAC sein grundsätzliches Nein überdacht. Auch die Polizeigewerkschaft ist prinzipiell dafür, vor allem aus Sicherheitsgründen – rund 430 Menschen sterben pro Jahr schätzungsweise auf deutschen Autobahnen. Allerdings wird darauf hingewiesen, dass es zunächst mehr wissenschaftliche Fakten über die Vor- und Nachteile von Tempo 130 geben muss. Nach bisherigen Erkenntnissen würde der CO2-Ausstoß verringert, aber es ist noch nicht gewiss, in welchem Umfang. Auch nicht sicher ist, was das überhaupt für die Sicherheit bedeuten würde – auch in Ländern wie Österreich gibt es immer wieder schwere Unfälle auf Autobahnen. Die CSU hat vor kurzem eine breit angelegte Kampagne gegen das Tempolimit gestartet.