Macron kündigt beispielloses Hilfspaket für Autoindustrie an

Macron kündigt beispielloses Hilfspaket für Autoindustrie an
Remi Jouan / CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0)

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will der heimischen Autoindustrie mit einem Hilfspaket im Volumen von mehr als acht Milliarden Euro unter die Arme greifen.

Französische Autokonzerne sollten Produktionsstätten aus dem Ausland zurückholen, neue Modelle in der Heimat entwickeln und damit zum Tophersteller sauberer Fahrzeuge in Europa werden, sagte Macron am Dienstag. “Unser Motivationsziel muss sein, Frankreich zum Top-Produzenten sauberer Autos zu machen, indem wir den Output über die kommenden fünf Jahre auf über eine Million Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge pro Jahr steigern”. Zu diesem Zweck werde der staatliche Zuschuss für den Kauf von Elektro-Fahrzeugen auf 7000 von 6000 Euro erhöht. Mehr Haushalte als bisher sollten Anspruch auf die Abwrackprämie bekommen.

Kein Fahrzeug-Modell, das derzeit in Frankreich produzierte werde, solle in anderen Ländern gebaut werden, sagte Macron. Den geplanten Staatskredit in Höhe von fünf Milliarden Euro für Renault werde die Regierung nicht absegnen, bis Management und Gewerkschaften eine Einigung über die Zukunft der Mitarbeiter und der Werke in Frankreich erzielt hätten.

Renault streicht Stellen

Die Zeitung “Le Figaro” berichtete unterdessen, Renault wolle als Teil seiner Pläne zur Einsparung von zwei Milliarden Euro 5000 Stellen streichen. Es gebe nicht um Kündigungen. Mitarbeiter, die in Rente gingen, sollten jedoch nicht ersetzt werden. Renault wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. 2019 arbeiteten 48.500 Menschen in Frankreich für das Unternehmen. Reuters hatte bereits am Montag berichtet, dass Renault am Donnerstag Stellenstreichungen und Werksschließungen ankündigen könnte.

Der Autokonzern Peugeot begrüßte die Pläne Macrons. Die Groupe PSA werde Komponenten, die derzeit aus Asien bezogen würden, ab 2022 in Frankreich fertigen. Dank der staatlichen Unterstützung werde der Konzern gemeinsam mit der Total-Guppe rund zwei Milliarden Euro investieren, um die Batterie-Produktion aus China in eine Gigafabrik nach Frankreich zu verlagern.

(Reuters)


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