Migrationsforscher stellen vier zentrale Forderungen

Der Sachverständigenrat Migration will stärkere legale Zuwanderung von Schutzbedürftigen über Aufnahmeprogramme. Vor allem um Familien und Kranken zu helfen. Außerdem soll die Türkei wieder Asylwerber aus der Türkei einreisen lassen.

Mit vier Empfehlungen für die Asyl- und Migrationspolitik wendet sich der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Migration (SVR) an die europäischen Institutionen und die Bundesregierung.

  1. Es soll weiterhin eine irreguläre Einreise von Schutzsuchenden ermöglicht werden.
  2. Es soll eine solidarische Verteilung auf die Mitgliedsstaaten geben. Die EU soll laut dem vorgestellten Papier „Schutzbedürftige aus Transitländern wie Lybien verstärkt direkt aufnehmen“.
  3. Die Migrationsforscher wollen „reguläre Zuwanderungswege“ ausbauen. Hierfür sollen das Umsiedlungsprogramm der Vereinten Nationen vorangebracht und mehr Möglichkeiten für Arbeitsmigration geschaffen werden.
  4. Die von Griechenland geschlossene Landgrenze zur Türkei soll bald wieder für Asylsuchende geöffnet werden. Außerdem soll „ein System für die Bearbeitung von Asylanträgen aufrechterhalten“ werden. In den überbelasteten Migrantencamps auf den Ägäis-Inseln müsse die Situation „dringend entschärft werden.“

    Denn die Zustände dort seien in medizinischer Hinsicht“desaströs“. Durch die Corona-Pandemie drohe „eine humanitäre“ Katastrophe. „Griechenland muss endlich die Vorgaben der Aufnahmerichtlinie der EU einhalten, Hilfe annehmen und unterstützt werden. Etwa durch Nahrungsmittel, Unterkünfte, technische Anlagen, Ärzteteams und sogar mithilfe des Katastrophenschutzes.