NHL: Missbrauchsskandal um Trainer Bill Peters

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Bill Peters, Trainer der Calgary Flames in der NHL, trat am Freitag zurück, nachdem ein rassistischer Übergriff auf Spieler öffentlich wurde. Das dürfte aber bei weitem noch nicht alles gewesen sein.

Peters trainierte die Calgary Flames in Alberta. Das Team leitete eine Untersuchung ein, nachdem der frühere Spieler Akim Aliu eine Nachricht in den sozialen Medien veröffentlicht hatte, dass Peters ihn eins rassistisch behandelt hatte.

„Heute Morgen habe ich ein Kündigungsschreiben von Bill Peters erhalten, das ich angenommen habe“, sagte Brad Treliving, General Manager des Teams, gegenüber Reportern. „Ab sofort ist Bill Peters kein Mitglied der Calgary Flames-Organisation mehr.“

Weitere Missbrauchsvorfälle?

In einem Brief an Treliving am Mittwoch sagte Peters, dass es ihm leid tue.
„Obwohl es sich um einen isolierten und sofort bedauerlichen Vorfall handelte, übernehme ich die Verantwortung für das, was ich gesagt habe.“, schrieb er.

War es aber wirklich ein isolierter Vorfall? Aliu behauptete nämlich, sein ehemaliger Trainer habe ihn mehrmals mit dem beleidigenden Wort „Nigger“ für seinen Musikgeschmack gerügt – vor versammelter Mannschaft.

Und auch das dürfte noch nicht alles gewesen sein: Ein anderer ehemaliger Spieler erinnert sich an weitere Misshandlungen durch Peters. So soll der Coach beispielsweise einem Spieler in den Rücken getreten haben.

Umdenken in der NHL?

Handlungsweisen wie jene von Coach Peters dürften in der NHL jedenfalls keine Seltenheit sein. Zahlreiche weitere Eishockeyspieler, vom Hobby-Niveau bis zu den Topteams, haben sich mittlerweile an die Öffentlichkeit gewandt.

Verbale Misshandlungen und ein „rauer Umgangston“ seien der Alltag im Geschäft. Auch körperliche Handlungen, wie Peters Tritte in den Rücken von Spielern, scheinen nichts ungewöhnliches.

Der Aufschrei, den das Statement von Akim Aliu auslöste, war jedenfalls enorm. NHL-Experte Frank Seravelli war sich jedenfalls sicher, dass der Vorfall das Eishockey und seine Umgangsformen für immer verändern würde. 

Akim Aliu wandte sich nach dem Statement und der Entschuldigung von Peters übrigens erneut an die Öffentlichkeit: