Operationen nachholen: Deutsche Kliniken fordern Rückkehr zu Normalbetrieb

Operationen nachholen: Deutsche Kliniken fordern Rückkehr zu Normalbetrieb
Bild von Darko Stojanovic auf Pixabay

Die deutschen Krankenhäuser verlangen von Bund und Ländern noch im April grünes Licht für wegen der Corona-Pandemie verschobene Behandlungen.

“Wir halten es für zwingend erforderlich, dass die Lage in den Krankenhäusern und die Situation der Patienten auf den Wartelisten bei den Entscheidungen der Politik Berücksichtigung findet”, sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. “Bei der derzeit stabilen Corona-Lage sind wir in der Lage, den Regelbetrieb im Krankenhaus wieder anlaufen zu lassen.” Am Mittwoch waren Bund und Länder bei den ersten Lockerungen der Corona-Auflagen auf entsprechende Forderungen der Krankenhäuser nicht eingegangen, am 30. April wollen sie erneut zusammenkommen.

Gaß wies daraufhin, dass 10.000 Intensivbetten und über 150.000 Betten auf den Normalstationen frei seien. Klar sei, dass man Kapazitäten in der Corona-Krise auch in den kommenden Monaten frei halte. Auch auf kurzfristige Änderungen bei der Infektionsentwicklung könne man reagieren. “Dauerhaft kann man aber Eingriffe wie Bypässe oder Gelenkersatz nicht verschieben.”

Kurzarbeit in Kliniken?

In einer Reihe von Kliniken in Deutschland wird Kurzarbeit in einigen Bereichen erwogen, da zahlreiche Operationen wegen der befürchteten Welle schwerer Corona-Erkrankungen verschoben wurden. In vielen Regionen sind jedoch auf die für die Corona-Patienten aufgebauten Intensiv-Betten weitgehend leer.

Die Ausbreitung der Epidemie hat sich deutlich verlangsamt. In den vergangenen Tagen überstieg die Zahl der Genesenen die der Neu-Infektionen. Das heißt, die Krankenzahl geht zurück. Das Robert-Koch-Institut meldete am Donnerstag knapp 2500 neue Infektionen innerhalb eines Tages. Zugleich seien aber etwa 4500 Kranke genesen. Von den insgesamt rund 128.000 Infektionsfällen gelten inzwischen 72.600 als geheilt.

(Reuters)


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