Prag verbietet nächtliche Kneipentouren, um kultiviertere Touristen anzuziehen

(c) GPT
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Die Stadt Prag hat beschlossen, nächtliche organisierte Kneipentouren zu verbieten, um eine andere Art von Touristen anzuziehen. Die tschechische Hauptstadt, die seit langem für ihre lebendige Partyszene und insbesondere für Junggesellenabschiede und Kneipentouren bekannt ist, will sich nun stärker auf kultivierte und wohlhabendere Reisende konzentrieren, die mehr als nur die berühmten tschechischen Biere genießen wollen.

Kein Platz mehr für exzessive Partytouristen

Zdenek Hrib, stellvertretender Bürgermeister von Prag, sagte, dass geführte Kneipentouren zwischen 22 Uhr und 6 Uhr ab sofort nicht mehr erlaubt seien. „Es wird nicht möglich sein, nächtliche geführte Touren durch die Bars zu unternehmen. Wir suchen nach kultivierteren Touristen, die nicht nur für kurze Zeit kommen, um sich zu betrinken“, erklärte er.

Die Entscheidung zielt darauf ab, den nächtlichen Lärm und die Störungen durch große Gruppen von Touristen zu verringern, die vor allem das Nachtleben in der Unesco-gelisteten historischen Altstadt von Prag schätzen. Diese Maßnahme soll helfen, die Attraktivität der Stadt für kulturell interessierte Reisende zu erhöhen, während gleichzeitig die Belastung der Einheimischen durch laute Partytouristen reduziert wird.

Unterstützung aus der Tourismusbranche

Die neue Regelung wurde von der Tschechischen Vereinigung der Hotels und Restaurants positiv aufgenommen. Deren Vorsitzender, Vaclav Starek, betonte, dass die nächtlichen Kneipentouren in den letzten Jahren sowohl für Einheimische als auch für andere Touristen zu einem Problem geworden seien. „Die Leute können weiterhin in die Kneipen gehen, aber diese organisierten nächtlichen Touren sind nichts, was wir brauchen“, sagte Starek.

Prag möchte damit nicht den Besuch von Kneipen verbieten, sondern verhindern, dass große Gruppen von Touristen die nächtliche Ruhe stören. Der Preis für Bier bleibt in Prag weiterhin günstig – in einigen Restaurants ist Bier sogar billiger als Wasser, und viele Kneipen bieten Bier für unter 3 Euro pro Pint an. Trotz dieser niedrigen Preise hofft die Stadt, mehr Touristen anzuziehen, die längere Aufenthalte planen und sich für die kulturellen Schätze der Stadt interessieren.

Trend in Europa: Maßnahmen gegen Massentourismus

Prag ist nicht die einzige europäische Stadt, die Maßnahmen ergreift, um Massentourismus und unerwünschte Besuchergruppen zu kontrollieren. Amsterdam startete 2023 eine Kampagne, die darauf abzielt, junge britische Männer davon abzuhalten, für Junggesellenabschiede oder Kneipentouren in die Stadt zu reisen. Suchanfragen wie „Junggesellenabschied Amsterdam“ oder „Kneipentour Amsterdam“ führen zu Warnungen, die auf die Risiken von exzessivem Alkohol- und Drogenkonsum hinweisen.

Auch Venedig und Barcelona haben neue Maßnahmen eingeführt, um den Touristenandrang zu bewältigen. Venedig hat die Größe von Touristengruppen beschränkt und den Einsatz von Lautsprechern verboten, um die historische Altstadt zu schützen. Barcelona plant, ab 2028 Touristenapartments zu verbieten, um die Wohnungsnot für Einheimische zu lindern.

Auswirkungen auf den Prager Tourismus

Obwohl Prag nun Maßnahmen ergreift, um exzessiven Partytourismus einzudämmen, wird erwartet, dass der Bierkonsum in der Stadt und im ganzen Land weiterhin hoch bleibt. Die Tschechische Republik ist bekannt dafür, das Land mit dem höchsten Pro-Kopf-Bierkonsum der Welt zu sein – im Jahr 2023 betrug dieser 128 Liter pro Person.

Prag hofft, dass diese neuen Regelungen eine positive Veränderung herbeiführen und die Stadt für kulturell interessierte Reisende noch attraktiver machen. Ziel ist es, das historische Zentrum wieder zu einem angenehmeren Ort für Einheimische und kultivierte Besucher zu machen.