Sexueller Missbrauch und Gewalt: Schwere Vorwürfe gegen katholisches Heim bei München

Sexueller Missbrauch und Gewalt: Schwere Vorwürfe gegen katholisches Heim bei München
Quelle: Peter H./Pixabay.de

Ein Gerichtsprozess hat heftige Vorwürfe gegen ein früheres Erziehungsheim bei München ans Tageslicht gebracht. Die katholische Kirche wird dabei massiv unter Druck gesetzt.

Die Staatsanwaltschaft München II hat Vorermittlungen eingeleitet gegen einen früheren Erzieher und einen damals angehenden Priester des ehemaligen Jugenddorfes Piusheim in der Nähe von München.

Hintergründe soind Vorwürfe massiven sexuellen Missbrauchs, die im Rahmen eines Prozesses vor dem Landgericht München II bekannt wurden. Ein Mann (56 Jahre alt), der selbst wegen schweren Missbrauchs an kleinen Kindern angeklagt ist, hatte vor Gericht angegeben, in seiner Kindheit und Jugend unter anderem im Piusheim von mehreren Männern missbraucht worden zu sein.

“Prostitution, Sexparty und Anschaffen”

Er sprach dabei von Prostitution, Anschaffen und Sexpartys. So sagte er, dass 90 Prozent der Jungen am Wochenende die Dorfbewohner beklauten und die anderen zehn Prozent nach München fuhren zum Anschaffen. Zwei seiner Freunde haben sich erhängt und auch er selbst hatte versucht, sich das Leben zu nehmen.

Noch lassen sich die Vorwürfe nicht belegen. “Ob die Angaben sich als belastbar erweisen und ob schließlich eine strafrechtliche Ahnung erfolgen kann, kann noch nicht gesagt werden“, sagte Saatsanwältin Karin Jung.

Neun Verdachtsfällt gemeldet

Das Erzbistum München-Freising bestätigte der dpa jedoch, dass im Zusammenhang mit der 2006 geschlossenen Einrichtung seit 2010 neun Verdachtsfälle wegen sexuelle übergriffe oder körperlicher Gewalt gemeldet wurden.

Die Jungen, die im Piusheim als “schwer erziehbar” betreut wurden, waren zwischen sechs und 18 Jahre alt, die meisten älter als 14.


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