SPD will Wasserstoff-Industrie massiv fördern und lehnt Erdgas ab

SPD will Wasserstoff-Industrie massiv fördern und lehnt Erdgas ab
Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 DE (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)

Bei der Wiederbelebung der Wirtschaft nach der Coronakrise will die SPD eine Wasserstoff-Industrie mit finanziellen Hilfen aufbauen.

Bis 2030 müsse so eine Elektrolyse-Leistung unter Einsatz von Strom aus erneuerbaren Energien von mindestens zehn Gigawatt aufgebaut werden, heißt es in einem Reuters vorliegenden SPD-Papier, das die Fraktion am Dienstag beschloss. Um den wirtschaftlichen Betrieb der Anlagen zu sichern, müssten diese über eine Reform von Steuern und Umlagen auf den eingesetzten Strom oder auch über Geld aus dem Klimafonds der Regierung unterstützt werden. Eine Förderung der Produktion von Wasserstoff auf Basis von Erdgas lehne man hingegen ab. Die SPD geht damit auf Distanz zu einem Konzept von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), das auch auf Erdgas setzt und nur maximal fünf Gigawatt Leistung vorsieht.

Wasserstoff gilt als zentraler klimafreundlicher Brennstoff gerade für die Industrie. Während bei Autos der direkte elektrische Antrieb favorisiert wird, fehlen klimafreundliche Lösungen für Schwerlaster, die Schifffahrt sowie Chemie- und Stahlindustrie. Klar ist, dass mittelfristig Wasserstoff etwa aus sonnen- und windreichen Gegenden Südeuropas oder Afrikas importiert werden muss. Wind- und Sonnenstrom aus Deutschland werden dies nicht leisten können.

Eigentlich für 2019 vorgesehen

Die Wasserstoffstrategie der Regierung sollte eigentlich schon 2019 im Kabinett beschlossen werden. Dies wurde aber wegen des Ringens in Regierung und Koalition immer wieder verschoben. Ein neuer Termin steht noch nicht.

Das Wirtschaftsministerium und die Automobilindustrie wollen, dass auch Pkw bei der Strategie berücksichtigt werden. So könnte der Verbrennungsmotor noch länger im Einsatz bleiben. Das Umweltressort und die SPD sehen dies skeptisch, signalisierten zuletzt aber Kompromissbereitschaft. Auch das Fraktionspapier schließt einen solchen Einsatz nicht komplett aus. 

(Reuters)


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