TikTok-Star Jools Lebron kämpft um Markenrechte für virale Catchphrase

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Tiktok on mobile phone Screen. Young woman holding a Smart Phone with Tik Tok app. ROSARIO, ARGENTINA -MARCH 15, 2023.

TikTok-Stars und das Markenrecht: Ein harter Kampf um die eigenen Worte

Die digitale Welt bietet Chancen, birgt jedoch auch Risiken – wie Jools Lebron, eine bekannte TikTok-Influencerin, schmerzlich erfahren musste. Lebron, die über 2 Millionen Follower auf TikTok hat, wurde durch ihre Ratschläge, wie man „demure“ (schüchtern), „mindful“ (achtsam) und „cutesy“ (niedlich) in verschiedenen Lebensbereichen sein kann, berühmt. Diese Worte wurden zu einem viralen Hit, und plötzlich nutzten Marken wie Verizon und Netflix ihre Catchphrase in gesponserten Inhalten. Sogar Prominente wie Jennifer Lopez, Olivia Rodrigo und Gillian Anderson sprangen auf den Trend auf und verwendeten die Begriffe in ihren eigenen Videos.

Doch während Lebron die Früchte ihres Erfolgs zu ernten begann, zeigte sich die dunkle Seite des plötzlichen Ruhms. In einem emotionalen TikTok-Video, das sie später wieder löschte, gestand Lebron, dass sie „nicht schnell genug eine Marke angemeldet“ habe. Diese Unterlassung könnte sie nun teuer zu stehen kommen, da ein Mann namens Jefferson Bates aus dem Bundesstaat Washington versucht hat, die Phrase „Very Demure .. Very Mindful …“ für sich zu beanspruchen. Was bedeutet das für Lebron und ihre Catchphrase?

Markenrechtliche Stolpersteine: Wie eine fehlende Anmeldung zum Problem wird

Markenrecht ist in den USA ein entscheidender Faktor für den Erfolg von Influencern, vor allem wenn es um so populäre Phrasen wie die von Lebron geht. Sobald eine Phrase viral geht, öffnen sich Türen zu neuen Geschäftsmöglichkeiten, sei es durch Merchandise, Sponsoring-Deals oder Kooperationen mit großen Marken. Doch das Markenrecht kann auch eine Falle sein, wie Lebron nun schmerzlich feststellt. Wenn jemand anderes eine Marke anmeldet, bevor der ursprüngliche Schöpfer dies tut, kann das schwerwiegende Konsequenzen haben.

Jefferson Bates, der scheinbar keine Verbindung zu Lebron hat, hat genau das getan. Er reichte eine Markenanmeldung für „Very Demure .. Very Mindful …“ ein, was bedeutet, dass Lebron diese Phrase in Washington möglicherweise nicht verwenden kann, wenn sie auf offiziellen Produkten oder in gesponserten Inhalten verwendet werden soll. Doch es gibt Hoffnung: Markenrechtsanwälte sind zuversichtlich, dass Lebron Bates‘ Ansprüche erfolgreich anfechten kann, insbesondere da das US-Markenrecht den ersten tatsächlichen Benutzer einer Marke anerkennt, nicht den ersten Anmelder.

Unterstützung aus der Community: Solidarität und neue Strategien

Lebron ist in dieser Situation nicht allein. Raluca Pop, die Gründerin der Social-Media-Plattform Hive Social, trat hervor, um Lebron zu unterstützen. Nachdem sie von Bates‘ Anmeldung erfuhr, meldete Pop die Phrase „Very Demure Very Cutesy“ in Kalifornien an, mit dem Ziel, die Rechte daran später an Lebron zu übertragen. „Ich wollte sicherstellen, dass sie diejenige ist, die die Vorteile ihrer eigenen Phrase hat“, sagte Pop in einem Interview. Diese Art von Unterstützung innerhalb der Community ist ein positives Zeichen, das zeigt, dass Influencer und Schöpfer zusammenstehen können, um ihre Rechte zu schützen.

Doch das allein reicht nicht aus. Wie Kyona McGhee, eine Markenrechtsanwältin, betont, muss Lebron nun proaktiv werden. McGhee rät, dass Lebron sofort eine Unterlassungsanordnung an Bates senden sollte, um ihn aufzufordern, seine Anmeldung zurückzuziehen. Zudem sollte sie ihre eigenen Pläne zur Monetarisierung der Phrase darlegen und gleichzeitig eine bundesweite Markenanmeldung beim US-Patent- und Markenamt einreichen. Mit einer bundesweiten Marke hätte Lebron die vollständigen Rechte an ihrer Phrase in allen 50 Bundesstaaten, was sie vor weiteren Angriffen schützen würde.

Lektionen für zukünftige Influencer: Schnelligkeit ist der Schlüssel

Der Fall von Jools Lebron ist nicht einzigartig. Immer wieder sehen sich Content Creators mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert, wenn ihre Arbeit plötzlich viral geht. Besonders in der Welt der sozialen Medien, in der Trends oft schneller verschwinden, als sie entstehen, ist es entscheidend, sofort zu handeln, wenn etwas erfolgreich wird. „Es gibt eine Informationslücke in der Minderheiten-Community“, sagt McGhee. „Es fehlt nicht an Talent, sondern an Wissen darüber, wie man sich rechtlich absichert.“

McGhee warnt davor, den Fehler zu machen, in der Verteidigungshaltung zu bleiben, wenn es um das eigene geistige Eigentum geht. Stattdessen sollten Schöpfer proaktiv handeln und ihre Rechte schützen, sobald sie Anzeichen von Erfolg sehen. „Es ist viel besser, in der Rechtswelt in die Offensive zu gehen, als in die Defensive“, sagt sie. Die Erfahrung von Lebron zeigt, wie schnell andere versuchen können, von dem Erfolg eines anderen zu profitieren, und wie wichtig es ist, auf die eigene Marke zu achten.

Die nächsten Schritte für Jools Lebron

Trotz der aktuellen Herausforderungen sieht die Zukunft für Jools Lebron nicht düster aus. Mit der richtigen rechtlichen Unterstützung und dem Rückhalt ihrer Community könnte sie nicht nur ihre Catchphrase zurückgewinnen, sondern auch ihre Marke weiter ausbauen. In der Zwischenzeit nutzt Lebron ihre neu gewonnene Berühmtheit weiter und arbeitet an neuen Projekten. So hat sie „demure“ gesponserte Inhalte mit der Haarpflegemarke K18 veröffentlicht, eine mögliche Zusammenarbeit mit Netflix angedeutet und ist in der Jimmy Kimmel Show mit RuPaul als Gastmoderator aufgetreten.

Der Kampf um ihre Catchphrase könnte Lebron am Ende sogar noch mehr Bekanntheit bringen und ihre Position als führende Stimme in der Online-Community stärken. Doch der Fall dient auch als wichtige Erinnerung für alle Content Creators: In der schnelllebigen Welt des Internets ist es unerlässlich, nicht nur kreativ, sondern auch rechtlich vorbereitet zu sein. Lebron mag diese Lektion auf die harte Tour lernen, aber sie hat nun die Chance, gestärkt daraus hervorzugehen.