Verhetzung: Deutscher Fußballstar klagt Journalisten

Antonio Rüdiger, der Verteidiger der deutschen Fußballnationalmannschaft, und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nehmen rechtliche Schritte gegen Julian Reichelt, den ehemaligen Chefredakteur der „Bild“-Zeitung, vor.

Der Konflikt entzündete sich an Reichelts Kommentar zu einem Foto Rüdigers, das zu Beginn des Ramadan auf Instagram veröffentlicht wurde. Auf dem Bild ist Rüdiger in traditioneller Kleidung zu sehen, wie er betet und dabei einen Finger hebt, was Reichelt als „Gruß der Islamisten“ interpretierte. Diese Deutung wird sowohl von Rüdiger als auch vom DFB entschieden zurückgewiesen.

Rüdiger wirft Reichelt Verhetzung vor

Rüdiger hat bei der Staatsanwaltschaft Berlin Strafanzeige wegen Beleidigung, Verleumdung, verhetzender Beleidigung und Volksverhetzung gestellt (Quelle: SID). Der DFB meldete den Fall zusätzlich bei der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität in Frankfurt am Main. In seiner Verteidigung betonte Reichelt, dass er die Anzeigen als Einschüchterungsversuche sieht und wiederholte seine Vorwürfe.

Das Bundesinnenministerium schaltete sich mit der Klarstellung ein, dass der von Rüdiger gezeigte Finger in der Regel als Teil des islamischen Glaubensbekenntnisses verstanden wird und normalerweise nicht als Sicherheitsbedrohung gilt. Allerdings räumte das Ministerium ein, dass dieses Symbol auch von islamistischen Gruppen verwendet wird, was in bestimmten Kontexten als Zeichen islamistischer Radikalisierung interpretiert werden kann. Die Beurteilung müsse jedoch im Einzelfall erfolgen.

Diese juristische Auseinandersetzung hebt die Spannungen zwischen öffentlicher Wahrnehmung und persönlichem Glaubensausdruck hervor, insbesondere in Zeiten, in denen Symbole und Gesten mehrdeutig interpretiert werden können.