Coronakrise stürzt Industrie noch tiefer in Rezession als gedacht

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Der Coronavirus-Ausbruch hat die deutsche Industrie im März noch etwas härter getroffen als bislang gedacht.

Der Einkaufsmanagerindex fiel auf 45,4 Punkte von 48,0 Zählern im Februar, wie das Markit-Institut am Mittwoch zu seiner Umfrage unter hunderten Unternehmen mitteilte. Das Barometer fiel damit noch tiefer unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten, nachdem in einer ersten Schätzung ein Wert von 45,7 für März ermittelt worden war.

Die Produktion in Deutschlands Industrie brach im März massiv ein und ging so stark zurück wie seit fast elf Jahren nicht mehr„, sagte Markit-Experte Phil Smith.

Dabei wurden die meisten Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie sowie Werksschließungen entweder während oder nach der Erfassung der Umfragedaten erlassen, die vom 12. bis 24. März erhoben wurden.

Nur Konsumgüterbereich vergleichsweise robust

Die Hersteller von Investitionsgütern waren laut Ökonom Smith die großen Verlierer hinsichtlich Produktion und Neuaufträgen: „Auch wenn es in der aktuellen Lage keine wirklichen Gewinner gibt, zeigen die Umfrageergebnisse, dass sich der Konsumgüterbereich vergleichsweise robust präsentierte. Einzig hier wurde ein Beschäftigungszuwachs verbucht.“

Denn insgesamt betrachtet sei im März beim Personal drastisch gekürzt worden. „Allerdings dürfte das Kurzarbeitergeld helfen, den Einkommensverlust etwas abzufedern“, erklärte Smith.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sieht nach dem Konjunktureinbruch durch die Virus-Krise eine Chance, dass es im zweiten Halbjahr wieder bergauf geht.

Spürbare Einschnitte im März, April und Mai

„Die Einschnitte werden in den Monaten März, April, Mai sehr deutlich spürbar sein“, sagte der CDU-Politiker der „Rheinischen Post“: „Im zweiten Halbjahr haben wir immer noch die Chance für Aufhol- und Nachholeffekte.“

Das Markit-Barometer für die Industrie in der Euro-Zone fiel im März um 4,7 auf 44,5 Punkte und lag damit ebenfalls niedriger als in der ersten Schätzung mit 44,8 Zählern. Dies ist der tiefste Stand sei siebeneinhalb Jahren, sagte Markit-Chefökonom Chris Williamson. Die Daten für Produktion und Aufträge „deuten auf den stärksten Produktionsrückgang seit 2009 im zweistelligen Bereich hin“. 

(Reuters)