Warum die Demokraten junge Männer verloren haben

(c) GPT
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Die Demokraten haben eine wichtige Wählergruppe verloren, die stark zu Trump tendierte: junge Männer. Kamala Harris und Tim Walz hatten die Chance, diese Gruppe für sich zu gewinnen – doch sie haben es nicht geschafft, sagt der Autor und Maskulinitätsforscher Richard Reeves.

Wachsende Unterstützung für Trump unter jungen Männern

In den Monaten vor dem Wahltag waren Meinungsforscher besonders auf eine Gruppe fixiert: junge Männer. Diese Wählergruppe zeigte Anzeichen einer deutlichen Wende zu Donald Trump und weg von den progressiven Positionen vieler junger Frauen. Richard Reeves, Präsident des American Institute for Boys and Men, analysierte während der Wahlkampagne die Motive dieser jungen männlichen Wähler. Reeves’ Institut setzt sich mit Forschung und Politikvorschlägen für die Verbesserung von Bildung, psychischer Gesundheit und Arbeitsleben von Männern ein.

Schon vor der Wahl kritisierte Reeves die Demokraten dafür, dass sie es versäumten, Männer direkt anzusprechen. Er wies auf sinkende Bildungsabschlüsse, die steigende psychische Belastung und die wachsende Isolation unter jungen Männern hin. Angesichts von Trumps Wahlsieg und seiner starken Unterstützung durch männliche Wähler versteht Reeves nun besser, warum sich viele von ihnen für die Republikaner entschieden haben.

Fehlerhafte Strategie der Demokraten

Laut Reeves lag der Fehler der Demokraten in ihrer Entscheidung, sich in erster Linie als „Partei der Frauen“ darzustellen. Er betonte, dass das Harris-Walz-Team ein „pro-männliches“ Wahlprogramm hätte vorlegen können, ohne dabei Frauen abzuschrecken. Doch anstatt die Anliegen junger Männer aktiv aufzugreifen, hätten die Demokraten sich darauf beschränkt, Männer eher indirekt anzusprechen und sich auf Frauenthemen zu konzentrieren.

„Das war eine verpasste Chance“, sagte Reeves. „Wenn je ein Ticket geeignet war, auch männliche Wähler zu erreichen, dann war es dieses.“

Die republikanische Strategie: Männlichkeit feiern

Während die Demokraten wenig unternahmen, um männliche Wähler anzusprechen, boten die Republikaner laut Reeves ein „Maskulinitäts-Karneval“. Die Republikaner sendeten die Botschaft: „Wir sehen euch, wir akzeptieren euch als Männer, wir finden euch gut.“ Das Fehlen einer adäquaten Antwort von den Demokraten führte Reeves zufolge dazu, dass die Republikaner diese Zielgruppe für sich gewinnen konnten.

Männliche Wähler nicht aktiv verloren – aber nicht gewonnen

Reeves betont, dass die Demokraten nicht aktiv die Stimmen junger Männer verloren hätten, sondern es schlicht versäumten, um diese Stimmen zu kämpfen. Anstatt Männern konkrete Angebote zu machen, hätten die Demokraten lediglich darauf hingewiesen, dass Wähler für Frauenrechte stimmen sollten. Diese Strategie sei jedoch „spektakulär erfolglos“ gewesen.

Republikaner nutzten die Unzufriedenheit junger Männer

Reeves erklärt weiter, dass die Republikaner die Frustration junger Männer geschickt genutzt hätten. Die Botschaft: „Ihr habt alles richtig gemacht, und jetzt wollen euch die Demokraten und Frauen zurückhalten.“ Die republikanische Strategie war erfolgreich, weil die Probleme dieser Männer real sind und von den Demokraten lange vernachlässigt wurden.

Die Rolle der neuen Medien

Reeves betont, dass die Republikaner auch mit neuen Medien und Podcasts erfolgreich waren. Auf Plattformen wie dem „Joe Rogan Experience“ konnte Trump laut Reeves authentischer und humorvoller wirken, was viele junge Männer ansprach. Im Vergleich dazu habe Harris es versäumt, sich auf solchen Plattformen zu zeigen und dadurch nahbarer zu wirken.

Chancen für eine pro-männliche Politik unter Trump

Reeves hofft, dass Trump nun die Anliegen seiner männlichen Unterstützer ernst nimmt und sich Themen wie der hohen Suizidrate unter Männern annimmt. Reeves fordert, dass der Gender Policy Council des Weißen Hauses, der unter der Biden-Harris-Regierung eingeführt wurde, nun auch männliche Themen stärker berücksichtigt.

Lehren für die Demokraten

Abschließend warnt Reeves die Demokraten davor, die Niederlage als Beweis für eine angebliche Frauenfeindlichkeit unter jungen Männern zu deuten. „Das wäre ein Desaster“, so Reeves. Stattdessen sollten die Demokraten gezielt auch Themen wie technische Bildung und Handwerksberufe ansprechen, anstatt sich nur auf Frauenthemen wie das Streichen von Studiengebühren zu konzentrieren.

Keine voreiligen Schlüsse über weibliche Kandidaten

Reeves hofft, dass die Demokraten nicht den Schluss ziehen, eine weibliche Kandidatin sei ungeeignet. Empirisch belegen könne man diese Hypothese nicht, erklärt Reeves und fügt hinzu: „Wenn die Demokraten das als Grund für ihre Niederlage ansehen, dann werden sie die Wähler beleidigen, die sie brauchen, und gleichzeitig die Karrieren vieler weiblicher Politikerinnen behindern.“