Xi und Putin erweitern pro-russisches Bündnis gegen die USA

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Vierfeld

Ein von China und Russland geführtes Bündnis, das die Vision einer alternativen Weltordnung vorantreibt, wird diese Woche erneut erweitert – diesmal mit der Aufnahme eines entschiedenen russischen Verbündeten, der Moskaus Krieg gegen die Ukraine offen unterstützt.

Der erwartete Beitritt von Belarus zur Shanghai Cooperation Organization (SCO) beim jährlichen Gipfel der Führer in Astana, Kasachstan, ist ein weiterer Vorstoß von Peking und Moskau, die Gruppe von einem regionalen Sicherheitsblock in ein geopolitisches Gegengewicht zu westlichen Institutionen unter der Führung der USA und ihrer Verbündeten zu verwandeln.

Belarus, das Russland bei der Invasion der Ukraine 2022 unterstützt hat, wird nach dem Iran, der letztes Jahr Vollmitglied wurde, der neueste autoritäre Staat, der dem Club beitritt.

Wachsende Ambitionen

Mit dem Beitritt von Belarus, das an die Europäische Union grenzt, wird die SCO nun 10 Mitglieder umfassen, die mehr als 40 % der Weltbevölkerung und etwa ein Viertel der globalen Wirtschaft repräsentieren. Die SCO, gegründet 2001 von China, Russland, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan, wurde ins Leben gerufen, um den Terrorismus zu bekämpfen und die Grenzsicherheit zu fördern. In den letzten Jahren hat sie sich jedoch im Einklang mit den gemeinsamen Ambitionen Pekings und Moskaus entwickelt, die US-amerikanische „Hegemonie“ zu kontern und das internationale System zu ihren Gunsten umzugestalten.

Der Gipfel wird das zweite Treffen von Xi Jinping und Wladimir Putin in diesem Jahr sein, während Indiens Premierminister Narendra Modi das Ereignis meidet und damit auf die Besorgnis einiger Mitglieder über die Richtung der SCO hinweist.

Geopolitische Verschiebungen

Mit der SCO-Erweiterung wollen China und Russland zeigen, dass sie viele Unterstützer für ihre Weltanschauungen haben. Putin betonte, dass die Schaffung eines neuen Systems der kollektiven Sicherheit in Eurasien mit der Hilfe bestehender Organisationen wie der SCO angestrebt wird, um langfristig die militärische Präsenz externer Mächte in der Region schrittweise zu reduzieren.

Trotz dieser Ambitionen bleibt die SCO im Vergleich zu NATO, EU oder G7 ein schwächeres und weniger kohärentes Bündnis. Dennoch wird China das rotierende Präsidentschaftsamt der SCO für ein Jahr übernehmen und daran arbeiten, mehr Gemeinsamkeiten unter den Mitgliedstaaten zu finden.