Zerschnittenes Gemälde von Stephen Frys Mutter erzählt erschreckende Geschichte der Flucht vor den Nazis

Painting
Vierfeld

Ein zerschnittenes Gemälde, das einst Stephen Frys Mutter gehörte, erzählt eine erschreckende Geschichte der Flucht vor den Nazis. Das Kunstwerk, das in den 1930er Jahren zerstört wurde, symbolisiert die schmerzhaften Erinnerungen und die Verfolgung durch das NS-Regime. Stephen Fry, bekannter Schauspieler und Schriftsteller, teilt die bewegende Geschichte seiner Familie und dieses besonderen Gemäldes, um die Schrecken der NS-Zeit in Erinnerung zu halten.

Ein Gemälde aus den 1920er Jahren, das Stephen Frys Mutter gehörte, wird erstmals auf dem Holt Festival ausgestellt. Das Porträt einer niederländischen Frau in traditioneller Tracht ist durch einen tiefen Schnitt im Halsbereich stark beschädigt – ein Überbleibsel der Flucht vor den Nazis im Jahr 1938.

Die deutsche Grenzwache hatte auf der Suche nach Flüchtlingen aus Wien mit Bajonetten Kisten aufgeschlitzt. In einer dieser Kisten befand sich das Ölgemälde. Diese Beschädigung, so die Besitzer, wird bewusst nicht repariert, da sie die dramatische Fluchtgeschichte bewahrt.

Das Jahr 1938 markierte den „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich und einen Anstieg der Gewalt gegen die jüdische Bevölkerung. In diesem Jahr wurden die ersten Juden und politischen Gefangenen aus Wien in das Konzentrationslager Dachau geschickt.

Das Gemälde gehört Marianne Fry, der Mutter des Schauspielers und Moderators Stephen Fry. Ihre Stiefmutter Claire Grabscheid, damals eine junge Wiener Anwältin, floh mit ihren Eltern nach England. Sie zahlten den Behörden, um einige ihrer wertvollen Besitztümer mitnehmen zu dürfen, darunter das Gemälde.

Stephen Fry entdeckte in der BBC-Serie „Who Do You Think You Are?“ die Todesnachweise seiner Familienmitglieder im Holocaust, was ihn tief bewegte: „Diese Namen zu sehen und dieses verdammte Wort Auschwitz, das macht etwas mit einem.“

Die Familie hat das Gemälde in seinem beschädigten Zustand belassen, da es die schreckliche Geschichte des „Anschlusses“ auf dramatische Weise erzählt. Es wird nun im Rahmen des Holt Festivals in einer Ausstellung über deutsche Expressionisten und das Dritte Reich gezeigt.

James Glennie, Mitkurator der Ausstellung, sagte: „Der Riss ist eine erschreckende Erinnerung daran, was so viele Familien durchgemacht haben.“ Glennie kennt die Familie Fry seit mehreren Jahren und war daher mit dem Gemälde vertraut.

Das Bild wurde von Yehudo Epstein gemalt, einem wenig bekannten Künstler und Professor an der Wiener Akademie, der nach der Machtergreifung der Nazis nach Südafrika emigrierte. Das 24 x 30 Zoll große Gemälde zeigt ein typisch ländliches Motiv mit religiösem Bezug.

„Der beunruhigende Schnitt durch den Hals der abgebildeten Person, den die Familie Fry so weise beibehalten hat, erzählt eine wichtige Geschichte“, so Glennie. Ohne den Schnitt wäre das Gemälde heute etwa 1.500 Pfund wert. „Mit dem Schaden könnte es fünf- bis zehnmal so viel wert sein. In gewisser Weise wurde es durch den Schnitt wertvoller.“

Das Holt Festival, das vom 13. bis 27. Juli läuft, untersucht Adolf Hitlers Säuberung der modernen Kultur von Kunst, Musik und Literatur. Neben Werken deutscher Expressionisten werden auch Arbeiten von Künstlern gezeigt, die vom Dritten Reich als „entartet“ bezeichnet wurden. Der Eintritt zur Ausstellung und zu vielen Programmpunkten ist kostenlos.